Buch feiert zweiten Geburtstag!

„Die Stadt“ (Foto: Maren Schönfeld), aus dem Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss“

Zum Jahreswechsel 2017/2018 wurde die „lyrische Elbreise“ gedruckt, im Februar kamen meine Exemplare , und dann geschahen viele wunderbare Dinge … mein lieber Freund Thomas Styhn komponierte und drehte ein Video … ich las im Gohliser Schlösschen in Leipzig anlässlich der Leipziger Buchmesse… diese Website entstand … es gab diverse Lesungen in Hamburg … es gab einige Rezensionen …

… und man munkelt, dass es in diesem Jahr – Herbst – eine neue Veranstaltung geben wird, zusammen mit einem Hamburger Schriftsteller und meinem musikalischen Mann Wolfgang … wartet es ab!

Die Kräne

Die Kräne ragen nicht in die Wolken, sie tragen die Wolken, die sich wie riesige Kissen übereinander türmen, zwischen denen eine Lücke Licht blitzen lässt, ein Loch im Stoff oder nur eine poröse Stelle.

Die Kräne ragen nicht über die Schiffe, sie halten die Schiffe am Kai mit Containerarmen, Greifhänden halten sie sie, schmiegen sich Riesen an die Mauern für ein paar Stunden, bevor die See sie zurückholt und die Kräne einsam am Kai stehen wie Liebhaber, die man versetzt hat, und den Fluss entlangschauen mit erwartungsvollem Blick und am Kai entlangwandern.

Die Kräne verbinden Land und Wolken, das Land baumelt in Quadern an ihnen, die Wolken ruhen sich auf ihnen aus.

Die Kräne spielen Fangen, sie werfen Container hin und her, bringen die Ordnung durcheinander, stapeln ihr eigenes System. Das ist nicht hochseetauglich.

Die Kräne haben ihre Lieblinge unter den Schiffen, auf denen klangvolle Namen stehen. Sie ent- und beladen auch, wen sie nicht mögen, es bleibt ihnen nichts anderes übrig, sonst werden sie durch andere, angepasste Kräne ersetzt.

Die Kräne winken den Leuten, die am anderen Ufer durch feuchten Sandstrand stapfen, barfuß oder mit derben Schuhen, mit Hund und Picknickkorb.

Die Leute starren die Kräne an, aber winken den Kränen nie.

Die Kräne ruhen nur, wenn kein Schiff da ist, dann lassen sie die Seile hängen wie Halbkreisreihen unter sich. Dann dulden sie einige Möwen auf Flugpause und rühren sich nicht, um die Vögel nicht aufzuscheuchen. Die Kräne achten darauf, dass genug Abstand zwischen den Wolken auf ihren Armen und den Vögeln auf den Seilhalbkreisen besteht, dass die Wolken keine Möwe verschlingen.

Die hungrigen Wolken.

 

(aus „Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise“, Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2018, S. 53)

Von Fluss und Flut – Lesung in Rahlstedt

Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Lesung mit meinem befreundeten Kollegen Winfried Korf:

 

19. September 2019, 19:30 Uhr

KulturWerk Rahlstedt, Boizenburger Weg 7 , 22143 Hamburg

Von Fluss und Flut, Strom und Meer
Wasser-Gedichte zum Jahresthema des KulturWerks

In unserer reizüberfluteten Welt hat es Lyrik schwer. Dennoch: gerade für Hamburger ist die Doppelung Strom und Meer ein reizvolles Thema, den salzigen Elementen mit gefühlvollen Gedichten nachzuspüren.
Im ersten Teil wird Maren Schönfeld (Lyrikerin und Literaturkritikerin, Mitglied der Hamburger Autorenvereinigung) aus ihrem 2018 erschienenen Gedichtband „Töne, metallen, trägt der Fluss – Eine lyrische Elbreise“ vortragen.
Danach liest Winfried Korf (Lyriker, Maler und Zeichner, ebenfalls Mitglied der Autorenvereinigung) zum Teil noch unveröffentlichte Eindrücke, Bilder und Erinnerungen von der offenen See, an der er eine Zeitlang gelebt hat.

Musikalische Umrahmung: Duo Faltenreich. Moderation Karin Grubert

Eintritt frei

Königlich – Gedichtzyklus

I

Hier bin ich

Königin der Düfte

von Salz und Sand

 

über den Plankenzaun

schreie ich in den Wind

 

hier stehe ich

in der Strandburg

habe Möwen zu Gast

 

II

Im rauen Abend

am Meer         das Glas

in der klammen Hand

beständige Muscheln

von der Nacht verschluckt

wie die See

 

III

Und das Heulen

um die Planken nachts

fremde Töne        taglos

tragen mich in den Schlaf

klingen durch meinen Traum

verklingen im Erwachen

 

IV

Der Tag beginnt mit dem

Rundgang durch die Burg

jeden Morgen

ist sie verändert

trotzt der Natur

solange es geht

bleibe ich königlich

 


Der Gedichtzyklus entstand zu einem Gemälde von Hilmar Manthey-Bail anlässlich einer Ausstellung im Stader Schleusenhaus.

Faltenrockies singen und lesen zwei meiner Gedichte

Liebe Leserinnen und Leser,

am 1. Juni um 14 Uhr gibt der LAB Chor „Die Faltenrockies“ ein Konzert in der „Motte“ hier in Ottensen.

Es geht um das Thema Wunder, aber auch um Hamburger Künstlerinnen, und so werden zwei Gedichte aus „Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise“ im Rahmen des Konzerts vorgelesen. Ich werde dort sein und freue mich sehr darauf, dass ich zwei meiner Gedichte dort vorgelesen bekomme!

Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen.

Hier der Link zur Veranstaltungsankündigung der „Motte“: https://www.diemotte.de/de/programm/veranstaltungen/vorschau/ 

Ich würde mich freuen, Euch dort zu sehen!

Oben und unten

In unserem Hofgarten, aber schon ein paar Jahre her

Stünden nicht Häuser

die zeigen wo oben und

unten ist         wir verlören uns

im alles verschlingenden

 

Pulver        tanzt aufwärts abwärts

Teilchen versuchen den Wind

 

bald hat das Zerfallen alles

überpudert dann

treten wir die Wolken aus

 

(Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise; Wiesenburg Verlag Schweinfurt 2018, S. 12)

Ins Grüne und ans Meer!

Letzte Veranstaltung in diesem Jahr mit dem Elbreise-Buch:

Poesie trifft Komposition im Rahmen der Harburger AusLese in der Kulturwerkstatt Harburg. Mit Gedichten, Kurzprosa und Kompositionen aus dem Bereich der klassischen Musik und für Bassgitarre trotzen wir dem kalten November. Kommt mit uns von der Stadt bis an die Küste.

Hier ist die Ankündigung der Kulturwerkstatt. Dort findet ihr auch die Lage und Anreisemöglichkeiten.

Wir freuen uns darauf, mit euch eine kleine Elbreise zu unternehmen.

Im letzten halben Jahr …

hatte ich sieben Buchvorstellungen in Leipzig und Hamburg. Es waren sehr berührende und schöne Veranstaltungen für mich, auf denen interessante Gespräche und Begegnungen passierten.

Einige Gedichte und Geschichten gehen mehr unter die Haut, zum Beispiel die Kriegserfahrungen meiner Großmutter, die ich in der Bewusstseinsstrom-Geschichte „Jene Nacht“ verarbeitet habe.

Alle, die meine Geschichte „Die Kräne“ gehört haben, werden jetzt die Hafenkräne anders betrachten und ihnen vielleicht sogar winken … wir hatten sehr viel Spaß mit dieser Geschichte.

Die maritimen Gedichte haben mich beim Lesen und meine Gäste beim Zuhören ein Stück weit in den Urlaub getragen.

Wohin wird mich die lyrische Elbreise 2019 bringen?