Buchvorstellung bei kiekmo

Foto: kiekmo

Am vergangenen Dienstag durfte ich am Nachbarschaftstisch der Haspa-Filiale in der Fuhlsbütteler Straße 350 Platz nehmen und im Kreise sehr sympathischer Menschen mein Buch vorstellen. Dieser Tisch wurde eigens für das kiekmo-Konzept von einem Barmbeker Tischler gefertigt. Neben meinem literarischen Teil gab es eine Weinverkostung von Jaque’s Weindepot und leckeren Käse mit Brot.

Ich danke dem Team der Haspa und von kiekmo für die gute Organisation!

Buchvorstellungen im September

Liebe Leserinnen und Leser,

im September wird es zwei Buchvorstellungen geben. Dabei lese ich nicht nur, sondern erzähle auch ein wenig über die Inspiration, die Entstehung der Gedichte und meine Arbeitsweise. Ich freue mich auf Euren Besuch!

4. September 2018, 19 Uhr
Kurze Buchvorstellung (ca. 20 Minuten) im Rahmen einer Veranstaltung von kiekmo 
Haspa-Filiale Fuhlsbüttler Str. 350, mit Käse und Wein
Eintritt frei

20. September 2018   Offene Lesebühne, Motte   ab 19.30 Uhr
Ich bin mit einer etwa 20-minütigen Buchvorstellung die Autorin des Abends.
Kulturzentrum Motte, Eulenstr. 43
Eintritt 2 €

 

Ferien an der See?

Wer das Meer so liebt wie ich, wird nicht nur im Urlaub, sondern auch in Gedanken oft dorthin reisen. Aus dem Kapitel „Das Meer“ (von vorn gelesen das dritte, von hinten gelesen das erste!) ein Gedichtzyklus, der Euch in Urlaubsstimmung versetzen kann:

 

Königlich

I

Hier bin ich
Königin der Düfte
von Salz und Sand
über den Plankenzaun
schreie ich in den Wind

hier stehe ich
in der Strandburg
habe Möwen zu Gast

 

II

Im rauen Abend
am Meer         das Glas
in der klammen Hand
beständige Muscheln
von der Nacht verschluckt
wie die See

 

III

Und das Heulen
um die Planken nachts
fremde Töne        taglos
tragen mich in den Schlaf
klingen durch meinen Traum
verklingen im Erwachen

 

IV

Der Tag beginnt mit dem
Rundgang durch die Burg
jeden Morgen
ist sie verändert
trotzt der Natur
solange es geht
bleibe ich königlich

 

(Maren Schönfeld, „Töne, metallen, trägt der Fluss“, S. 65)

Text der Woche: Ella in der Stadt

Es sind nur ein paar hundert Meter, aber Ella weiß nicht, ob sie jemals ankommen wird. Sie sieht an Gebäuden links und rechts hoch, riesenhaft­e Glasfassaden ohne Zeichen mensch­lichen Lebens. Kein offe­nes Fenster. Ella ist winzig auf dem heißen Asphalt, wie sie dort steht mit hängenden Schultern und schwerem Atem. Die dürren Äste eines Baumes in einem Quadratmeter Erde spenden keinen Schatten. Kalt glit­zert der Bürgersteig.

Ella zwingt sich, zu gehen, doch obwohl sie einen Fuß vor den anderen setzt, hat sie das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Die Haare kleben ihr im Nacken und ihre Beine schmerzen. Erbarmungslos spiegeln Glas­fassaden das Sonnenlicht. Ellas Kopf schmerzt; Häuser scheinen zu­sammenzurücken, der Asphalt scheint näherzukommen.

Sie flüchtet in den Innenhof eines Bauwerks, hier ist es dunkel, Ella von Stahl und Glas um­geben und Hunderten von Menschen. Stim­men re­flektieren im hohlen Raum, werden von den Wänden multipliziert.

Ella schleppt sich zu einem grell bunten Selbstbedienungslokal, in dem der Kuchen farblich zur Einrichtung passt. Alle Tische sind besetzt; Ella bestellt Kaffee, setzt sich irgendwo dazu. Plötzlich ist ihr kalt, sie weiß nicht mehr, wohin sie eigentlich wollte. Sie nimmt den Pappbecher in beide Hände, starrt in die flirrende Luft.

 

(aus: Töne, metallen, trägt der Fluss – Eine lyrische Elbreise, S. 30)

Lesung am 24. Mai 2018

Im Rahmen des Clubkonzerts „Zwischen den Welten“ am 24.5. um 20 Uhr werde ich einige Gedichte aus dem Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise“ zum Besten geben. Hauptprogramm ist Instrumentalmusik von Wolfgang CG Schönfeld (E-Bass) und Thomas Styhn (E-Gitarre).

Nostalgia Bar, Große Brunnenstr. 81, 22763 Hamburg-Ottensen
Der Eintritt ist frei, Spende willkommen!

Ich freue mich auf Euch!

Leserstimmen zum Buch: Brigitte Cleve

Aus meiner Schulzeit blieben mir bis heute viele Fragmente all der klassischen Gedichte in Erinnerung, die ich einst mühselig auswendig lernen sollte, ohne dass sie mir wirklich unter die Haut gingen. Mit Gegenwarts- oder der sogenannten „modernen“ Lyrik hatten sie wenig zu tun.

Es muss auch anderen meiner Altersklasse so ergangen sein, denn Aussagen wie: Ungereimte Gedichte sind nicht so mein Fall bis hin zu: Was heißt hier, Verkürzung bringt erst die richtige Strahlkraft von Worten hervor. Für mich sind das nur brotlose Kunstübungen.

Ich selber empfand erst im Laufe der Jahre moderne Lyrik als eine bereichernde Herausforderung und schaute mich gerne auch nach Veranstaltungen und Büchern um, die mich dahingehend weiterbringen sollten. Dabei kamen dann auch bei Facebook Einladungen für das Kleinkunstprogramm „Poesie trifft Komposition“ der Hamburger Eheleute Schönfeld in mein Blickfeld sowie die Vorstellung des letzten Buches der Autorin und Journalistin Maren Schönfeld „Töne, metallen, trägt der Fluss“, über das ich nachstehend berichten möchte. Als Hamburg-Liebhaberin war mein Interesse durch den Untertitel „Eine lyrische Elbreise“ zusätzlich angefacht. Bereits nach dem ersten Schnupperblättern wusste ich, dass ich bei künftigen Besuchen in dieser wunderbaren Stadt und in ihrem außergewöhnlichen Umfeld manches mit ganz anderen Augen betrachten würde.

Den zweiten und dritten Lesedurchgang teilte ich mir in Häppchen auf, schloss immer mal wieder die Augen, ließ mir Zeit, besonders sensible Sätze in Bilder umgewandelt auf mich wirken zu lassen, wie den in der ersten nach dem Gedicht In der Stadt folgenden Eingangsgeschichte Spaziergang: Vorsichtig tritt sie einen Schritt zurück, um die Amsel nicht zu stören… Über ihre bittersüßen Erinnerungen an Weihnachtstage in zurückliegenden Kinderjahren wird es dunkel. Es zieht sie zum Fluss. Während sie den taghell erleuchteten Hafen betrachtet, seinen Geräuschen lauscht, mischen sich mit ihnen Glockenklänge; Zeit, nach Hause zu gehen. Ich gehe in Gedanken mit, berührt.

Die Überleitung zu folgenden Stadtgedanken empfinde ich mit dem Gedicht Heute Nacht gut gelungen. Sturm, der durch Stadtlücken pfeift, gab es zu allen Zeiten, dass sie im zweiten Weltkrieg noch von anderen Stürmen umtost wurden, macht die Geschichte Jene Nacht deutlich. Hamburg wurde in ihr nicht von Laternenlicht, sondern von Zerstörung ankündigender „Tannenbaumillumination“ erhellt, die Bombenangriffen voraus gingen. Sirenen gellten, Menschen schrien in Todesangst.

Die im Buch folgenden Brachen-, Häuser- und Fassadengedichte lassen meinen Pulsschlag wieder ruhiger und meine gedankliche Begleitung der Autorin bei ihrer Wanderung Elbufer, literarisch zum besonderen Genuss werden.

Dass ihre vielfältigen Beobachtungen reichlich Stoff für ihre Gedichte lieferten, die im Buch ab Seite 46 folgen, verwundert mich nicht. Die Art, wie sie ihre Eindrücke von den Besonderheiten des Elbufers, von der Marsch- über die Wattenlandschaft umsetzt, bis man sich als Leser zusammen mit ihr beglückt am offenen Meer wiederfindet, hat auf mich großen Eindruck gemacht.

Danke dafür, Maren Schönfeld.

Apropos Meer – das Buch macht Lust auf  m e h r.

Ein Song zu meinem Buch

Thomas Styhn hat sich inspirieren lassen und einen Song kreiert!

Hier der Link zum Song nebst Video:

 

Vielen herzlichen Dank, es ist eine große Freude, wenn künstlerische Werke andere Künstler inspirieren und damit – wie ein Stein, der ins Wasser fällt – weitere Kreise ziehen. Vielleicht wird jetzt wieder jemand zu dem Song schreiben? Oder malen? Ich bin gespannt …

Buchpremiere im Gohliser Schlösschen

14 Texte trug ich am vergangenen Samstag vor, anmoderiert von meinem Verleger Werner Schmid aus dem Wiesenburg-Verlag. Gut versorgt mit Keksen, Tee, Kaffee und kalten Getränken kamen wir miteinander im Backstage-Raum ins Gespräch (alle Akteurinnen und Akteure des Abends). Nach der Lesung gab es noch eine Runde Frankenwein vom Wiesenburg Verlag. Es war ein wundervoller Abend!

Gemeinsam mit mir las Susanne Leiste-Bruhn aus ihrem Haiku-Buch „Seezeichen“.

Hier einige Impressionen:

Die Fotos sind von Wolfgang Schönfeld, bis auf das eine, das Gustav Franz geschossen hat. Danke!