Königlich – Gedichtzyklus

I

Hier bin ich

Königin der Düfte

von Salz und Sand

 

über den Plankenzaun

schreie ich in den Wind

 

hier stehe ich

in der Strandburg

habe Möwen zu Gast

 

II

Im rauen Abend

am Meer         das Glas

in der klammen Hand

beständige Muscheln

von der Nacht verschluckt

wie die See

 

III

Und das Heulen

um die Planken nachts

fremde Töne        taglos

tragen mich in den Schlaf

klingen durch meinen Traum

verklingen im Erwachen

 

IV

Der Tag beginnt mit dem

Rundgang durch die Burg

jeden Morgen

ist sie verändert

trotzt der Natur

solange es geht

bleibe ich königlich

 


Der Gedichtzyklus entstand zu einem Gemälde von Hilmar Manthey-Bail anlässlich einer Ausstellung im Stader Schleusenhaus.

Ferien an der See?

Wer das Meer so liebt wie ich, wird nicht nur im Urlaub, sondern auch in Gedanken oft dorthin reisen. Aus dem Kapitel „Das Meer“ (von vorn gelesen das dritte, von hinten gelesen das erste!) ein Gedichtzyklus, der Euch in Urlaubsstimmung versetzen kann:

 

Königlich

I

Hier bin ich
Königin der Düfte
von Salz und Sand
über den Plankenzaun
schreie ich in den Wind

hier stehe ich
in der Strandburg
habe Möwen zu Gast

 

II

Im rauen Abend
am Meer         das Glas
in der klammen Hand
beständige Muscheln
von der Nacht verschluckt
wie die See

 

III

Und das Heulen
um die Planken nachts
fremde Töne        taglos
tragen mich in den Schlaf
klingen durch meinen Traum
verklingen im Erwachen

 

IV

Der Tag beginnt mit dem
Rundgang durch die Burg
jeden Morgen
ist sie verändert
trotzt der Natur
solange es geht
bleibe ich königlich

 

(Maren Schönfeld, „Töne, metallen, trägt der Fluss“, S. 65)